Chamonix 2016: Mein Rennen

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2016 waren Meex, Lisa und ich beim UTMB in Chamonix. Naja, gelaufen bin ich den OCC (56km) und Meex den CCC (110km). Aber die ganze Woche war ein Erlebnis.

Die ganze Stadt war im Trailrunning Fieber. Jeder Shop hatte Vorträge, Weinverkostung mit Francois d’Haene, Seb Chegnau ist ebenfalls dort; an der nächsten Ecke steht The North Face und Fernanda Maciel und macht ein “Mountain Athletics” Workout. Compressport lädt ein zum Warm-up Run mit anschließendem Organic Tea. Tony Krupizka radelt (natürlich!) in der Früh an mir vorbei während ich ein Baguette hole. SURREAL!!!

Da fällt es schwer sich auf das Rennen zu konzentrieren.

Am Tag vor meinem Rennen laufen Meex und ich noch die letzten Kilometer ab. Bjak kommt ebenfalls von seinem Morgen Joggerl zurück, bevor er wieder im Hochkönigman/ATRA Stand steht. Später, als wir die Startnummern holen, schauen wir auf der EXPO bei ihnen vorbei. Auch beim Stand vom Großglockner Ultra quatschen wir mit Hubert Resch.

Am Nachmittag finde ich echt noch ein paar Stunden wo ich mich ein bisschen zurücklehnen und relaxen kann.

Nach einer gemütlichen kleinen Pasta Party mit Monika und Stefan geht es dann früh ins Bett. Die TDS Läufer kommen alle paar Minuten ins Ziel. Unser Apartment (airBnB, sowas von genial) ist 100m neben der Ziellinie. Ich bekomme doch noch etwas Schlaf ab…

Raceday.

Lisa, Meex und ich fahren nach Orsiere zum Start. Ich trinke noch ein paarmal von meinem GU. Ooops, das hab ich ja auf Verdacht gekauft und vorher nie ausprobiert….Wie kann mir so ein Anfängerfehler nur passieren? Es bleibt dann so ein komisches Gefühl im Magen, und ich wechsle zu Wasser.

Auf geht’s! Nach km1 geht mein Schuhband auf und ich muss stehenbleiben um es wieder zu binden. Na Super! Anscheinend hat mir Meex noch am Start gesagt das mein Schuhband offen ist, aber ich war so im Tunnel, dass ich nichts mehr mitbekommen habe. Beim Start zu meinem wichtigsten Rennen mache ich also so alle Anfängerfehler die es nur gibt.

Ok, nach den hektischen ersten Kilometern komme ich in einen Rhytmus. Es geht Richtung Champex-Lac. Es geht ein Stück dem See entlang und man kann gut Tempo machen. Uli Steck und ich treffen uns im Rennen gefühlte 1000mal. Einmal ist er vorne, dann wieder ich.

 

Es wird warm. Der August 2016 ist sehr warm. Auch am Renntag brennt die Sonne auf die Läufer. Mir macht die Sonne nicht viel, ich brauche nur immer genug zu trinken. Meine 2 Softflasks sind gerade leer. Es geht den Berg hoch. Es ist der zweite lange Anstieg von Trient nach Vallorcine. Ich drehe den Wasserschlauch am Wegrand auf. Der wird vom Bauer sein für die Kühe. Ich bin gerade beim trinken und denke mir: “ist das auch wirklich trinkwasser?”. Der Anstieg geht noch ein paar Kilometer und daher hat mein Gehirn Zeit genug sich die Horrorscenarios auszumalen: GU Elektrolyte, die ich noch nie getestet habe, Wasser mit verunreinigtem Wasser: Mein Magen kann das gar nicht vertragen! Es war eine self-fulfilling prophecy. Beim anschließenden Downhill war ich am Ende. Mein Bauch rumpelte als wäre er mit Wackelsteinen gefüllt. Ich musste extrem Tempo rausnehmen und ich wusste nicht ob ich nach Vallorcine weiterlaufen könnte.

Und das passiert mir auf einem der genialsten Downhills die ich je gelaufen bin!!! Es geht unendlich lang runter, Technische Passagen wechseln mit Schotterstraßen. Und ich muss Leute vorbeilassen!!!!!

Bei der Verpflegungsstation Vallorcine warten Lisa, Meex, Monika und Stefan. Sie geben mir Motivation für die nächsten Kilometer. Ich lasse mir Zeit, trinke, esse was gscheites (Gels, Bananen und Orangen). Quatsche mit Uli Steck.

Ok, raus mit mir auf die letzten Kilometer! Der Magen hat sich beruhigt, ich reiss mich zusammen, trinke nur mehr gscheites Wasser.

Der Rhytmus ist wieder zurück und ich laufe mit der besten Frau zum letzten Anstieg. Ich freu mich dass der Anstieg nicht so lang geht wie ich dachte. Beim Downhill dreh ich voll auf und geb Gas! Auf einmal liegt ein Läufer auf der Strecke. Krämpfe! Sonst alles ok. Weiter gehts. Nach einer Minute liegt wieder ein Läufer in den Moosbeerbüschen. Er will nur noch schlafen. Alarm! Dehydrierung!! Ich rede auf ihn ein er soll was trinken; etwas später kommt die erste dame und sie fragt ebenfalls was los ist. Nach ein paar metern ist schon die Bergrettung im Anmarsch und ich bin froh dass sich ein Profi um den Läufer kümmert.

Es war also doch nicht der letzte Anstieg! Nochmal geht es rauf auf fast 2000m, aber ich fühle mich jetzt extrem gut. Ich kann auf eine Gruppe Läufer aufschließen und so geht es hinauf zur letzten Verpflegung La Flegere. Oben bin ich tot, aber jetzt geht es nur noch bergab nach Chamonix.

Nach 56km, 3500HM und  6h50min komme ich ins Ziel in Chamonix. Ich laufe durchs Spalier der Zuschauer. 22er Platz. Super!

Ich sitze noch eine gefühlte Ewigkeit bei der Zielverpflegung und schau dass ich wieder Wasser aufnehme.

Fazit: Auch der OCC (56km), die “Kinderstrecke” der UTMB Woche ist hart, aber wunderschön. Gut laufbar, vieeeele Höhenmeter und super Downhills. Und viel Zeit um viel zu erleben.

Vielen Dank an Lisa, Meex, Monika und Stefan die mich verpflegt haben und mich wieder aufgebaut haben als ich extrem am Sand war!!!! Danke!

 

 

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