Das KAT-WALK Wochenende

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3 Tage. 3 Freunde. 110km und 6600HM. Das sind die Zutaten für ein Tiroler Trailrunning Wochenende.

Der KAT Walk (Kitzbühler Alpen Trail) ist der Weitwanderweg durch die Kitzbühler Alpen. Er zieht sich quasi über die Berge und durch die Täler vor unserer Haustüre. Von Hopfgarten (Heimatort von Thomas Farbmacher) geht es nach Westendorf (meine Heimat) und endet in Fieberbrunn, dem Wohnort von Markus Reich. Der KAT Walk führt einige Male rauf auf knapp 2000m, meistens auf Wanderwegen der Kitzbühler Grasberge. Ohne Felsen oder ausgesetzte Passage schlänglen sich die Trails über Alpenrosenfelder und Almwiesen durch die Landschaft.

Freitag Vormittag – Salvena in Hopfgarten. Bei blauem Himmel und Sonne starteten wir unser Trail Wochenende. Das Highlight am ersten Tag ist Lodron Gipfel (1925m). Der Weg führt ziemlich direkt auf den Grat, der noch schneebedeckt ist. Ein herrliches Panormam mit Sicht vom Inntal über die Hohen Tauern bis zum Kitzbühler Horn entschädigt uns.

Danach geht es erst vorsichtig über den Grat wieder hinunter. Man will ja keine nassen Schuhe bekommen und in ein Schneematsch/Sumpfloch einstechen. Aber als nach 5min jeder von uns mindestens 2 tiefe Lacken erwischte und das mit einem lauten „Arghhhh“ dokumentierte war es egal und wir hatten Spaß beim talwärts – surfen auf den Schneefeldern (https://youtu.be/w9oQx1ncHio). Nach 1000HM talwärts kamen wir zum Steinberghaus in der Windau, dem Ziel der ersten Etappe.

Am 2. Tag starteten wir recht früh, da am Nachmittag Gewitter angesagt waren. Es ging zuerst hinauf zur Hintenkarscharte. Gleichmäßig ging es Kehre um Kehre bergauf, genau richtig um wieder munter zu werden. Hinunter zur Laabalm in der Aschau experimentierten wir mit unseren GoPros und probierten damit unsere Downhills einzufangen. Wir spielten mit dem Gelände und den Trails (https://youtu.be/yTZ9cuyz8hs)Für mich war dieser Trail einer der schönsten, er war breit und voll mit Gras bewachsen. Hin und wieder gab es natürliche Hindernisse wie kleinere Felsen oder versteckte Matsch-Lacken. Es ging durch Wälder und Wiesen in die Aschau hinunter.

Nach 1,5 Tagen durch die stillen Berge der Kitzbühler Alpen auf Wanderwegen ohne Lifte waren wir jetzt mitten im Kitzbühler Skigebiet. Beim zweiten Anstieg ging es zum Pengelstein hinauf. Die Wolken wurden immer mehr. Genau als wir die Bergstation erreichen, fing es an zu regnen und zu graupeln. Wir nutzen die Zwangspause und stärkten uns erstmal. Wir warteten bis der starke Regen wieder weiterzog. Über die Kitzbühler Streif geht es hinunter nach Kitzbühel. Bei der Seidlalm machten wir einen Rechtsschwung in den Wald und tauchten wieder in geniale Singletrails ein. Wir hatten schon gut 30km in den Beinen, aber wir gaben mächtig Gas auf diesem Downhill (https://youtu.be/ChMEYtdiJ_o) In Kitzbühel erwartete uns schon das Hotel Eggerwirt. Nachdem wir uns wieder kultiviert hatten ging es auf ein verdientes Weißbier in die Kitzbühler Innenstadt. Auch hier gab es ein 3 Tages Event: Bei der Kitzbühler Alpenrallye schnauften Oldtimer Autos gleich den Berg hinauf wie wir.

Der 3. Und letzte Tag stand an. Auf dem Papier war es die Königsetappe. 40km lang und gleich am Anfang auf den höchsten Punkt der gesamten Tour: das Kitzbühler Horn mit 1996m. Und zum Kitzbühler Horn hinauf ist es steil. Sehr steil! Am Alpengarten kommt dann die Stelle mit dem besten Ausblick und perfekt geeignet für Action Fotos. Ein kleiner Weg schlängelt sich auf fast senkrechten Hängen über die Hinterseite des Horns hinunter nach St. Johann.

In St. Johann ist es gefährlich. Man glaubt der KAT Walk ist ja eigentlich schon zu Ende. Man freut sich, gönnt sich ein großes Eis, kehrt vielleicht ein und ist stolz den KAT Walk ja eigentlich geschafft zu haben. Aber dann kommt der Blick auf die GPS Uhr: Was? Erst 15km heute gelaufen? 25km kommen noch???? Und diese 25km ziehen sich. Der Weg hinauf auf den Kalkstein ist wunderschön, sagten die anderen. Bei mir ging es ab jetzt ums blanke Überleben. Diese letzten 800HM zogen sich durch Wiesen und Wälder. Er war nicht sonderlich steil, eher sanft geschwungen. Am Gipfel setzen wir uns ins Gras und schauten zurück aufs Kitzbühler Horn, Pengelstein und dahinter die Aschau und die Windau. Die Mittagssonne schien herunter und wir sammelten unsere letzten Kräfte. Es ging von Alm zu Alm über weitläufige Wege. Am Schluß kam noch das Highlight von Markus: Durch einen roten Nadelwald kurvte der trail auf butterweichem Waldböden Richtung Tal. Die letzten Kilometer bis zum Bahnhof Fieberbrunn waren wie die letzten Kilometer bei einem Rennen. Man ist leer, hat keine Kraft, nur die Endorphine und Glückshormone dass man es bald geschafft hat lassen mich einen Schritt vor den anderen setzen.

Ein paar Stunden später sitzen wir bei Markus im Garten und füllen unsere Speicher beim Grillen. Wir lassen die 3 Tage nochmal Revue passieren:

  • Wir hatten ein paar Stürze, aber alles ist glimpflich verlaufen und wir kamen unfallfrei in Fieberbrunn an.
  • Es überraschte mich wie gut mein Körper 3 Tage mit jeweils 35km und mehr verkraftet. Es muss am isotonischen Weißbier gelegen haben J
  • Wir hatten 3 Tage lang super Stimmung. Es war kein Rennen, sondern einfach Trailrunning mit Freunden. Daher nahmen wir uns auch mal die Zeit einzukehren oder bei guten Motiven ein paar Fotosessions einzulegen.
  • Die Trails sind abwechslungsreich. Von Forststraße bis schmalen Wurzelweg im Wald war alles vertreten.
  • Die Beschilderung ist hervorragend. Der KAT Walk ist an allen Kreuzungen erstklassig angeschrieben. Es sind auch alle Etappen als GPX auf der Homepage des Tourismusverbands abrufbar
  • Was kommt als nächstes? Mal schauen… Auf jeden Fall liegt die Latte für unsere nächsten Projekte schon recht hoch. Der KAT Walk hat sich voll ausgezahlt!

http://www.kitzbueheler-alpen.com/de/kat-walk/weitwanderweg-tirol.html

KAT – WALK: Das Projekt

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3 Tage. 3 Freunde. 110km und 6600HM. Das sind die Zutaten für ein Tiroler Trailrunning Wochenende.

Im Frühjahr 2015 war es soweit. Gemeinsam mit Thomas Farbmacher und Markus Reich lief ich den KAT Walk durch.

Kein Rennen, kein Streß, nur Berge, Trails und Spaß mit Freunden.

Bereits 2014 sah ich die Werbung für den neuen KAT Walk. Die Idee geisterte seit dem in meinem Kopf. Anfang 2015 nahm die Idee form an und Tom und Meex waren ebenfalls begeistert. Allein die Planung war ein Spaß. Unser Planungstreffen bei Meex lief circa so ab:

  • 1,5h laufen
  • 3h Grillen und über alles mögliche reden
  • 0,5h über den KAT Walk diskutieren 🙂

Aber im Prinzip war alles klar. Sportalpen.com und der Tourismusverband Kitzbühler Alpen Brixental unterstützten uns super!

Im  österreichischen Trail Magazin „Trailrunning-szene.at“ konnten wir unsere Story auf einer Doppelseite drucken. Das Highlight war hier natürlich dass wir es sogar aufs Cover der August Ausgabe geschafft haben! AWESOME!!!

Running in Romania

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Sommer in Rumänien. Wie kann man in Timisoara laufen? Antwort: Gut!

Es sind nicht mehr so viele streunende Hunde in der Stadt. Und am Ufer des Kanals kann man ewig lang ohne Autos laufen.

Wenn ich in Timisoara bin, wohne ich meistens mitten in der Stadt, in der Nähe der großen  Kirche. Meine Lieblingslaufstrecke geht entlang des Kanals.

In der Nähe der Innenstadt Timisoaras gibt es den Kanal. Am Ufer davon gibt es Parks, Bäder, Ruderclubs und „Strand“ Restaurants. Einige KM weiter draußen wechselt die Landschaft. Die Häuser und Industriebauten verfallen teilweise. Es sieht aus als ob die boomende Industrie in Timisoara weiter in die Randgebiete gesiedelt ist und die Gebäude hier mehr und mehr leerstehen.

Noch ein paar Kilometer später öffnet sich die Landschaft und es sind hauptsächlich Felder und Wiesen vor mir. Ich finde einen kleinen trail durch hüfthohes Gras. Nach 6-7km habe ich die 500.000 Stadt Timisoara hinter mir gelassen. Auch bei mir geht es danach wieder zurück ins pulsierende Zentrum der Stadt.

Wie gesagt, Hunde sind jetzt nicht mehr viele unterwegs. In Timisoara kann es im Sommer sehr heiß werden. Die Auto-freie Promenade ist sehr gut ausgebaut und man kann gemütlich dahinlaufen.

Das war vor 1-2 Jahren noch anders. Im Winter musste ich mich manchmal überwinden um in der Früh laufen zu gehen. Das lag aber an den streunenden Hunden. Und auch an den Hunden die ohne Leine ausgeführt wurden. Da waren einige große Viecher dabei die mir nachgelaufen sind (Anreiz für Tempoeinheiten 🙂 ). Und auch die Promenade war erst im Entstehen. Bei einigen Brücken lief ich durch die Baustellen. Bei einer Brücke war der Weg unten durch nur 1m hoch. Grade hoch genug zum durchkriechen.

Cortina Trail 2015

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Zieleinlauf Cortina Trail - Genial!!!

Zieleinlauf Cortina Trail – Genial!!!

Super Stimmung! Gänsehautfeeling auf der Zielgerade. Alle Zuschauer klatschen und feuern uns an. Zieleinlauf in der Fußgängerzone von Cortina. Gemeinsam mit Mirko ins Ziel des Cortina Trails 50km in den Dolomiten. Mirko, mit dem ich mich im unteren Teil des letzten Downhills gematcht habe. Gleich hinter uns Nathalie Mauclier, französische Top-Athletin, welche die lange Schleife gelaufen ist (120km) und die wir 3km vorm Ziel eingesammelt haben.

47km mit 2650HM. Die Eckdaten des Cortina Trails. 1000 Teilnehmer starteten am Samstag morgen. Die Bedingungen sind perfekt! Warmes Wetter, aber bewölkt. Alles trocken, keine rutschigen Steine oder Worzeln. Das Starterfeld ist schwer Italien lastig. International sind viele Spanier, Schweizer, Polen, Tschechen und Engländer da. Komischerweise kann man die Österreicher und Deutschen Starter jeweils an einer Hand abzählen. Wobei Cortina nur 2,5h von Innsbruck entfernt ist.

Der Kurs ist extrem schön und gut laufbar. Nach dem Start geht es in Serpentienen im Wald nach oben. Schön laufbar, gut um ins Rennen hineinzukommen und um in den Rhythmus zu kommen. Nach 600HM geht es mit einem knackigen Downhill auf Schotter in das Val Travenanzes. Der Trail schlängelt sich auf der Talseite entlang und ich mache das erste mal Bekanntschaft mit dem losen Schotter des Kalksteins. Ich bekomme keinen Grip. Nix! Ich rutsche immer wieder durch! Puhh! Wenn das so weitergeht, dann braucht man hier ganz schön Kraft.

Eine der schönsten Stellen war das Flußbett. 1,5km ging es flach durch ein ausgetrocknetes Flußbett. Man konnte sich den Weg selber suchen. Die Steine waren überall gleich uneben und verlangten Aufmerksamkeit. Zu der Zeit rannte ich mit einem lustigen Belgier. Er war stark im Uphill und konnte es auch im Downhill gscheit krachen lassen. Ich bewundere die Läufer die im Rennen bergauf laufen und dabei noch Geschichten aus ihrem Leben erzählen. Speziell Belgier! Wo trainiert der Berglaufen? In den Ardennen 10mal 150 Höhenmeter? Ich treffe den Belgier später im Ziel wieder. Nach dem Bachbett musste er bald aufgeben. Er trank aus dem Bach und sein Magen nahm ihm das übel. Kein weiterlaufen war möglich da sich sein Magen dauernd entleerte.

Es geht weiter Bergauf. Lauf GPS sind wir schon über 2000m und es ist fein warm auf den alten Militärstraßen. Endlich geht es hinunter zur ersten Verpflegungsstation am Passo Gio. Ich sehe kurz Christian von WUSA ON THE MOUNTAIN und klatsche ab. Ich fühle mich gut 🙂 .

Mit mir kommt noch ein Läufer zur Verpflegung mit dem ich schon eine länger Zeit immer wieder sehe. Dann sehe ich es ist Christian Schöggl aus Graz! Nach der Verpflegung werden die Trails steiler und schwerer. Ich bin noch immer gut drauf und kann bei den Downhills schöne Linien laufen. Nach der 2. Verpflegung am Passo Giau wird es zach. 30km in den Beinen und noch 2 Anstiege mit jeweils 300-400HM. Das sind keine Anstiege sondern Wände!!! Konzentriert ging es auch dort hinauf. Ich rede mir ein, den Läufern hinter mir geht es auch nicht anders. Am Joch des letzten Anstiegs seht man direkt auf Cortina hinunter. Ich halten einen Moment inne und freue mich dass es von hier nur mehr bergab geht. Nur noch 8km!

Durch Wälder, Wurzeln, Bäche und schotter geht es quasi gerade hinunter nach Cortina. Ich liebe das Bergab laufen. Für mich kann es ewig hinunter gehen . In Cortina kommt die Länge des Downhill dem verdammt nahe. Ich sammle ein paar Lavadero Trail (120km) Läufer ein und auch noch ein paar Cortina Trail Läufer. Auf den letzten Kilometern ist ganz Cortina auf der Straße und jeder feiert die Läufer an. Man wird förmlich ins Ziel getragen.

Nach 5h25min erreichte ich gemeinsam mit Mirko die Ziellinie. Es war ein geniales Rennen dass mit dem 10. Platz Overall belohnt wurde. Von ca. 800 Finishern. Auch danach folgten noch coole Diskussionen und Race Recaps mit Leuten aus ganz Europa.

2015-06-26 22.36.32

Nach einer ausgiebigen Dusche, Essen mit einigen lustigen Spanieren und Kaffeehaus sitzen in Cortina, wartete ich am Abend auf Stefan und Monika, Schweizer Kollegen aus der Arbeit. Sie liefen die 120km des Lavadero Trails. Das ist nochmal eine andere Liga! Nach fast 24h, Gewitter mit Blitz und Wolkenbruch kommen sie fertig, aber glücklich ins Ziel. Aber ich entspanne mich bereits und genieße noch dieses geniale Wochenende in Italien.