Ausblick auf 2018

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Was steht 2018 so alles am Programm?

 

Sardinien UTSS

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Nachdem ich schon des Öfteren auf der Insel war und den ein oder anderen Trail erkundete, wurde die Idee geboren dass wir (Markus, Sebastian und ich), den ultimativen Trailbewerb des Landes zu bestreiten, den Ultra Trail Supramonte Seaside.

Der Zeitpunkt Anfang Oktober passt perfekt. Die Familienurlaube sind abgehakt und bei einer Flugzeit von nur 1h20min von München nach Olbia steht einem entspannten After-Season Kurzurlaub nichts mehr im Wege.

Am Mittwoch war es dann endlich soweit. Nach kurzer Reisezeit landen wir um 21 Uhr bei ca. 20 Grad, während in Österreich schon der Schnee bis auf 1200 Meter Höhe fällt. Mit von der Partie ist dieses Mal auch Sebastian Falkensteiner, ein Dynafit Laufkollege von Michael, der zwar aufgrund einer Verletzung nicht am Rennen teilnehmen kann, sich das Abenteuer aber trotzdem nicht entgehen lassen will.

Sebastian darf uns dann auch durch die Gegend chauffieren. Der Weg von Olbia zu unserer Unterkunft in Baunei hat es in sich, der Teil ab Dorgali führt quer durch das Supramonte Gebirge. Enge, zum Teil 180 Grad Kurven fordern Mensch und Maschine. Um 23 Uhr in den verwinkelten Gassen von Baunei unsere Unterkunft zu finden, erfordert nochmal unsere volle Konzentration.

Kurz das Apartment erkunden und dann ab in die Vertikale. Wir hatten alle einen langen Tag und den nächsten Tag hatte ich bereits akribisch durchgeplant, Tagwache um 7:00, und das im Urlaub 😉

Am nächsten Morgen warten wir in Cala Gonone auf ein Taxiboot, das uns zur Cala Luna Bucht bringen wird. Bei einem Cappuccino schauen wir dem Treiben am Hafen zu. Es sind viele Wanderer und noch mehr Kletterer unterwegs. Bald wissen wir auch warum. Direkt am schönen Sandstrand von Cala Luna führen kurze Kletterrouten einer schroffen Felswand empor. Wir schauen den Kletterern noch etwas zu und starten dann einem Trail entlang, der uns zur Bucht Cala Sisine führt. Dieser Weg ist auch ein Teilstück des UTSS.

Es geht entlang der einsamen Pfade des Supramonte Gebirges. Keine befestigten Straßen, keine Dörfer, keine Menschen, lediglich Ziegen, Schweine und abgemagerte Kühe queren unseren Trail. Der Untergrund ist grob und steinig, die Sonne heizt gnadenlos mit über 30° herunter. Diese Temperaturen sind wir eindeutig nicht mehr gewohnt. Nach 21 Kilometer und ca. 1300 HM kommen wir durstig und hungrig wieder zurück an den Strand von Cala Luna.

Raus aus den verschwitzten Laufklamotten und direkt hinein ins Meer. Die Körpertemperatur wird äußerlich durch das kristallklare Wasser der meterhohen Wellen, und innerlich mit einem kalten “Ichnusa”, dem sardischen Bier, auf Normalniveau gesenkt.

Entspannt geht es dann mit dem Boot wieder retour nach Cala Gonone. Noch schnell die nötigsten Lebensmittel im Supermarkt organisiert dann geht es auch schon Richtung Baunei in unsere Casa.

Am Abend geht es dann auf Futtersuche, wir sind hungrig und freuen uns auf Pizza Italiano, vor allem Markus liegt uns schon den ganzen Tag deswegen in den Ohren. Seine Stimmung wird nicht besser als wir erfahren, dass in der Nachsaison der Pizzaofen nur noch am Wochenende angeworfen wird. Der Hunger siegt dann doch und wir geben uns mit Pasta zufrieden, nachdem Google Translate uns bei der Menüauswahl geholfen hat.

Am zweiten Tag ist eine Fahrt zum Aussichtspunkt Pedra Longa geplant. Hier wird es mit 700 steilen Höhenmetern beim Rennen das erste Mal richtig zur Sache gehen. Unter uns schimmert türkis das Meer, während wir auf schmalen Pfaden hinauf zu einer verlassenen Schäferhütte laufen. Anschließend entspannen wir bei einer guten Tasse Cappuccino auf der Terrasse der Trattoria Pedra Longa.

Am Nachmittag fahren wir zum Startort des Rennens, nach Santa Maria Navarese, um uns dort unsere Startnummern abzuholen. Die Formalitäten gehen schnell und unkompliziert von Statten, obwohl sich die Einheimischen mit Fremdsprachen schwertun. Es gibt keinerlei Übersetzungen, aber einen lockeren Veranstalter, der dem Ganzen einen sehr familiären Charakter vermittelt. Neben uns Österreichern sind noch eine Handvoll Deutsche, Schweizer, Franzosen und Polen für die verschiedenen Distanzen gemeldet, dennoch sind ca. 90% der Starter Italiener.

Abends bieten die Restaurants spezielle Läufermenüs an. Markus und Sebastian kommen endlich zur ersehnten Pizza, während ich mich für Shrimp Spaghetti und Dorade entscheidet. Fisch vorm Rennen? Volles Risiko 🙂 Wenn der Fisch hier nicht gut ist, wo dann?

Race Day. Markus startet die 90km bei Sonnenaufgang, 4:30 Tagwache, 5:15 Abfahrt, 6:00 Uhr Start. Wir treffen ihn nach 5km im bekannten Pedra Longa, sonst gibt es fast keine Straßen zu den Trails. Die Verpflegungsstationen werden mit dem Boot angefahren.

Um 8.00 starte ich meinen Bewerb. Bei km22 bin ich mit dem Vorjahressieger (Sarde!) gleichauf. Die 43km Strecke hat steile Anstiege, gefährliche Downhills über Schotterfelder und ein trockenes Flussbett in dem man 5km ohne Weg in tiefem Sand läuft. Nach 4h24 komme ich als Sieger der 43km Distanz ins Ziel! Es herrscht super Stimmung, da gleichzeitig auch die 25km Läufer ins Ziel kommen.

Auch die 90km Distanz spielt alle Stücke. Man muss einen Fluss durchqueren, das kühle Nass ist eine Wohltat bei diesen hohen Temperaturen. Dann gibt es ein ausgetrocknete Flussbett mit feinem Sand, der Ausgangspunkt zu einem 800HM Anstieg. Der Weg führt direkt hinauf durch das Dickicht von Macchiasträuchern, ein Genuß für jeden der eine masochistische Ader hat und ein wenig auf Selbstgeiselung steht. Alle 10km gibt es Verpflegungsstation, teilweise spartanisch mit Wasser und Cola. Die meisten aber mit Salami, Pecorino Käse, Dolci, Wein und Bier.

Leider muss Markus nach 83km und 3mal Verlaufen aus dem Rennen ausscheiden. 2 Stürze, ein ungewollter Kontakt von Kopf und einem Holzbalken und massive Kreislaufbeschwerden, zeichnen ihn. Markus wird vom Sanitäter “überredet” seiner Gesundheit zu Liebe das Rennen zu beenden. Nach einer Infusion im Krankenwagen kann er aber schon wieder scherzen.

Es geht jeder Kurzurlaub einmal zu Ende, so auch dieses Abenteuer. Wir reisen am nächsten Tag mit einer Menge neuer Eindrücke im Rucksack zurück nach Österreich. Uns erwarten 5°C und der Schnee schaut schon weit bis ins Tal herunter. Mit einem innerlichen Seufzer denken wir nochmal an das Meer, die Sonne und die warmen Trails auf Sardinien zurück.

Fazit

Sommerausklang auf Sardinien. Ein feines, kleines Rennen im Supramonte, nicht in den Alpen. Verpflegungsstationen am Strand. Ein Paradies für Wanderer, Kletterer und natürlich Trail-Läufer. Die warmen Temperaturen und das angenehm warme Meerwasser laden auch im Oktober noch zum Schwimmen und Tauchen ein.

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Info zum Rennen:

Start in Santa Maria Navarese und Ziel in Baunei (ca. 2h von Olbia entfernt)

Strecken: 43km/2100HM, 90km/4200HM und ein 16km / 25km Rennen

Webpage: http://ultrasupramonte.blogspot.de/

 

Heimspiel – Ebbser Koasamarsch

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Der Ebbser Koasamarsch ist ein besonderes Rennen für mich.

  • Für mich als Tiroler Unterlandler ist es quasi mein Heimrennen. Im Herz der Alpen sind komischerweise Trailrennen spärlich gesäht.
  • Ich bin Titelverteidiger. 2016 war ich Sieger auf der Marathondistanz.
  • Ich durfte etwas mithelfen den Koasamarsch 2017 zu gestalten und den Veranstaltern vom WSV Ebbs aus Trailrunner Sicht ein paar Tipps geben.

Lena Schindler, Johannes Stimpfle und ich waren mit Jürgen und Andi vom OK Team in regen Kontakt um den Koasamarsch fit für die nächsten 50 Jahre zu machen. Und es war genial zu sehen wie die diskutierten Ideen vom OK Team umgesetzt wurden.

Unser Fokus:

Die Strecke: Der Großteil der Strecke hat Kultpotential. Der Musikantensteig der sich fast senkrecht zur Vorderkaserfelden Alm hinaufwindet. Die Querung der Schotterfelder bis zur Hochalm mit fantastischen Ausblicken und technischen Trails. Der letzte, mit meterhohen Absätzen gespickte Anstieg zum Stripsenjoch. Trailrunnerherz, was willst du mehr? Nur ab Bärenbachalm ging es 10km lang der Forststraße entlang das Kaisertal hinaus. Gemeinsam fanden wir dieses Jahr einen neuen Trail der diese Strecke um ein vielfaches interessanter machte.

Die Läufer: Verschiedene Läufer werden von einem Rennen über verschiedene Schichten angesprochen. Ich versuchte Eliteläufer anzulocken. Benni Bublak sprang sofort an. Der Berliner wohnt in Kufstein und kennt die Trails wie seine Westentasche. Markus Reich war auch sofort dabei. Oberhammer! Nina Koch von Dynafit gefiel das Konzept ebenfalls. Durch meine Kontakte mit Dynafit kamen dann noch kurzfristig einige Dynafit Trailheroes, die dann auch ganz schön abräumten!

Lena fokussierte sich auf die Blogger und Meinungsmacher. Da gab es ja im Einzugsbereich von München einige davon. Mit Hilfe des Tourismusverbandes Kufsteinerland waren dann auch einige Blogger da und es gab einige Interessante Geschichten!!

Wanderer! Die waren dieses Jahr durch das Wetter sehr gut vertreten. Ich rechne es dem OK Team hoch an, hier eine gleichberechtigte Mischung aus Wanderern und Trailrunnern zu bekommen. Und es klappt! Obwohl die Wanderer schon ab 6 Uhr früh starten konnten, waren sie super hilfsbereit wenn ein schneller Trailrunner um die Ecke kam. Der Weg wurde freigemacht, kurz gegrüßt, bedankt und angefeuert.

Wir waren fast ein Jahr lang in den Vorbereitungen involviert. Es ist spannend zu verfolgen wie sich die Anmeldezahlen entwickeln, das Feedback verschiedener Meinungsbildner zu bekommen und mit einer professionellen Marketingagentur zusammenzuarbeiten.

Der Renntag steht vor der Tür und es sieht fantastisch aus! Fast 700 Wanderer und Läufer haben sich bei Koasawetter angemeldet und stehen in den Startlöchern. In den letzten Tagen rotierten Andi und Jürgen fast rund um die Uhr um mit Ihren Helfern alles vorzubereiten.

Von meiner Seite ist es fast eine Familienangelegenheit:

  • Mein Vater läuft den Halbmarathon: Mit seinen 67 Jahren kommt er auf den 10. Gesamtplatz bei fast 100 Startern.
  • Lisa und mein Bruder laufen die 33km. Am Ende motivieren sie sich gegenseitig und ziehen sich so auf den letzten Kilometern ins Ziel
  • Ich laufe wieder den Marathon. Gemeinsam mit Benni Bublak und Markus Reich geht es auf die erste Schleife, bevor es dann den Musikantensteig hinaufgeht. Es läuft bei mir super! Benni gewinnt mit einer Wahnsinnszeit und ich laufe mit Respektabstand als 2. ins Ziel ein.

Nach dem Rennen steigt eine riesige Trailrunning Fete im Zielbereich. Wer vom Laufen keinen Sonnenbrand hatte, bekommt spätestens an den Biertischen einen. Es war einfach nur schön so viele Bekannte, Wanderer und Trailrunner an diesem Sonntag Nachmittag zu sehen, zu quatschen und zum fachsimpeln.

Auch Jürgen und Andreas hatten ein breites Grinsen im Gesicht. Seit 2 Jahren versuchen sie den Ebbser Koasamarsch für Trailrunner interessant zu machen. Es lief an diesem Tag nicht alles perfekt und es gibt noch ein paar Sachen zum optimieren. Aber spätestens 2017 sollte der Ebbser Koasamarsch mit einem starken Ausrufezeichen auf der Landkarte vieler Trailrunner auftauchen, Und für 2018 kann man sich den 17. Juni in Kufstein beim Ebbser Koasamarsch schon mal fett einkringeln.

Bergmarathon Traunsee

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Gmunden, kurz vor 3.00 Uhr Früh. Bunt gekleidete Läufer trudeln mit Ihren Stirnlampen am Hauptplatz ein. Ferngesteuert gehen sie zum Kaffeeausschank, in der Hoffnung das es einen munter macht. Junge Burschen sind am Heimweg vom Ausgehen, recht gut drauf, und kriegen einen Lachflash wenn sie hören dass die bunten Leute jetzt mitten in der Nacht um den Traunsee laufen. 70km. 4500HM.

Lisa begleitet mich heute und wird bei ein paar Verpflegungsstationen auf mich warten. Gemeinsam schauen wir dem Treiben zu und reden mit unseren Freunden, dich auch durch die Nacht laufen wollen.

7 Berge liegen vor mir. Steile, ausgesetzte Anstiege, teilweise mit Seil gesichert und Eisenhaken als einziger Auftrittspunkt. Matschige, rutschige Downhills, gespickt mit Wurzeln und Steinen, die von den vielen Berggehern schon total speckig und rutschig sind. Genau deswegen bin ich hier. Das wahrscheinlich technisch anspruchvollste Trailrennen im deutschprachigen Raum. Mythos Bergmarathon Traunsee.

Grünberg.

Punkt 3.00 Uhr setzt sich die Masse in Bewegung hinauf auf den Grünberg. Die ersten 500HM zum einrollen. Ich kommen in einen schönen Rhythmus und es geht in die dunkle Nacht. Dann der ersten Downhill in der Nacht. Meine Stirnlampe ist zu locker (sonst bekomm ich recht schnell Kopfschmerzen), und kugelt dauernd in mein Gesicht. Obwohl es Nacht und stockdunkel ist geht es die Forststraßen und Trails mit einem 3:50er Schnitt runter.

Traunstein.

Jetzt geht’s ans Eingemachte. 1000HM über den Naturfreundesteig hinauf zum Traunstein Naturfreunde Haus. Hier muss man hellwach sein. Auf allen Vieren und am Seil hinaufziehend geht es über die Steinplatten. Hinauf auf die 5m hohe Leiter und durch die senkrechte Wand mit den Eisenhaken als Trittfläche. Einfach Genial! Inzwischen sind wir zu dritt. Gemeinsam mit Matthias Dippacher und einem Einheimischen geht es hinauf. Kurz vor dem Naturfreundehaus fängt es an zu regnen. Jetzt ist der Downhill auch noch nass. So steil wie es rauf ging, geht es auch wieder runter. 800HM in knappen 2 Kilometer. Dippi und ich legen uns ein paar mal hin, aber Gottseidank ohne gröbere Blessuren. Laut Strava sind wir auf Platz 4 der Bestenliste im Segment Maieralm steig Downhill. Darauf kann man aufbauen 😊

Spitzelstein.

Bei Karbach startet dann ein super feiner Trail zum Spitzelstein (Daxnersteig). Flowig geht es dahin, immer ein paar meter über dem Traunsee. Und dann kommt die Wand. Der Spitzelsteinweg ist eigentlich kein Weg. Er wird nur jedes Jahr für den Bergmarathon hergerichtet. Und es geht quasi senkrecht hinauf. Fast oben am Grat schau ich hinunter: Wie bitte, da soll ich gerade rauf sein? Wo denn? Und der Weg hinauf hört nicht auf. Dippi ist davongezogen und inzwischen weit vor mir. Endlich oben! Kurze Verpflegungspause und auf einem schmierigen Trail hinunter nach Ebensee. Ich möchte nicht wissen wie rutschig der Trail nach 100 Läufern war. Ich surfe mehr hinunter als Laufen. Irgentwie behalte ich immer das Gleichgewicht und kommen nicht dreckverschmiert bei der Halbzeit in Ebensee an. Lisa erwartet mich bereits. Ich wechsle meine Schuhe, um für die nächsten 35km mehr Dämpfung zu haben. Welche Wohltat! Trockene Schuhe!!!

Feuerkogel

Konzentriert und voll motiviert geht es auf den letzten großen Berg. 1000HM sind vor mir bis zum Gipfel des Feuerkogels. Natürlich fängt es oben auf 1500m wieder regnen an. Zach ist der Anstieg. Und Einsam. Seit Stunden habe ich keinen anderen Läufer mehr gesehen. Weder hinter mir noch vor mir. Endlich sehe ich die Hütte der Verpflegungsstation. Die Mannschaft auf der Station ist Lustig und wir scherzen dahin. Jetzt geht’s in den Downhill. Ich liebe Downhills. Speziell am Ende von Rennen. Aber was war das? Ich dachte ich stehe!!! Das war kein Downhill und kein Trail, das war nur noch wild! Ich musste teilweise hinunter gehen!! Der Weg war steinig, nass, mit Absätzen versehen und Wurzeln überdeckt. Und jeden Meter ging es 90° in eine andere Richtung steil hinunter. Ich rutschte, torkelte, flog über Wurzeln, knackste mit dem Fußgelenk an Steinen um. Mittendrin verlor ich das Gleichgewicht und krachte auf eine Felswand. Meine Hand bog es hinten durch. Das Krankenhaus stellte danach einen Kapseleinriss im Gelenk bei 2 Fingern fest. Später befragte ich im Ziel meine Freunde was das wildeste an diesem Rennen war. Einstimmig war es heute der Downhill vom Feuerkogel.

Gmundner Berg

Schön langsam nimmt der Asphalt überhand. Die letzten Berge gehen über die Hügel am Westufer des Traunsees.Laufbar, aber immer den Rhythmus brechend hinauf, hinunter. Aber die Traunseer sind ein Wahnsinn! Die Autos auf den Landstraßen lassen die Fenster hinunter und klatschen einem ermunternd zu, jeder feuert die Läufer an. Hier sieht man welchen Kultstatus der Bergmarathon in der Region genießt.

Endlich ist der letzte Berg geschafft. Gerade geht es hinunter Richtung Gmunden. Die letzten 2 Kilometer auf der Esplanade am Seeufer durch die Anfeuerungsrufe der Zuschauer.

Ich komme als Gesamt 4. des Bergmarathon Traunsee 2017 ins Ziel. Die 70km und 4500HM schaffe ich in 8h 13min.

Der Bergmarathon Traunsee ist schwierig, hat gefährliche Trails und wilde Downhills. Genau was ich mag! Ich wurde nicht enttäuscht. Harald und sein Team sind auf dem besten Weg den Bergmarathon Traunsee nicht nur für Einheimische interessant zu halten sondern auch für alle auswärtigen Trailläufer ein spannendes Abenteuer bereit zu halten.

Großglockner Ultratrail 110km

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110km. 6500HM. Mein erster Hunderter.

Ich stehe in Kaprun bei der Athletenvorstellung auf der Bühne und der Moderator fragt mich wie ich mich auf meinen ersten Hunderter Ultra vorbereitet habe. Kurzes Schweigen. Mir fällt nichts ein. Ich stammle was, bis Gottseidank gleich der nächste dran ist.

Die Frage aber beschäftigt mich noch den ganzen Abend. Sind 110km was ganz was anderes was ich bisher gelaufen bin? Bin ich der Distanz gewachsen? Und den Höhenmetern? Ich bin sicher mehr als das doppelte vom Traunsee Rennen unterwegs. Und das waren 8 Stunden. Laut Veranstalter bin ich im erweiterten Favoritenkreis. Deswegen stehe ich hier jetzt vor allen Leuten.

Was mache ich hier eigentlich???

Rückblende, 2 Tage vor dem Start vom Großglockner Ultra. Ich mache meine ganze Umgebung verrückt dass am Wochenende endlich mein erster 100er ist! Dynafit bringt auf der Homepage ein Interview mit mir. Ich futtere Kohlenhydrate bis zum umfallen. Mein Betreuerteam, bestehend aus meiner Freundin Lisa und meinem Dad hab ich gebrieft. Sie kennen die Roadmap. Sie wissen wann und wo sie mich treffen, wie die Marschtabelle ist, was ich brauche.

Ich rede mir ein dass man einen 100er nicht trainieren kann. Ab 50km spielt sich alles im Kopf ab. Mentale Stärke ist gefragt.

Ich bin Teile der Strecke mit Klaus Gösweiner, Toni Pilz und Markus Reich bereits abgelaufen. Und Kals bis Rudolfhütte kenn ich noch von 2015.

What can possibly go wrong????

Kaprun. Um 23.00 löst sich mal die erste Anspannung. Endlich Start! Ich finde bald meinen Rhythmus, lasse mich nicht hetzen. Der erste Downhill ist eine Befreiung, die Forststraßen super um das eigene Tempo zu finden. Der Trail hinunter nach Fusch ist ein Wahnsinn! In der Dunkelheit die Wiesen runterballern und im zick-zack durch die Wälder, nur die Stirnlampen zeigen die nächsten Meter. Wow!!!

In den Top 10 komme ich mit Thomas Bosnjak nach Ferleiten. Ich sage Lisa nur schnell wie gut ich mich fühle und bin gleich wieder weg. 10 Minuten vor dem Zeitplan. Alles wie geplant…

Rein ins Käfertal Richtung Pfandlscharte. 1500HM in einem Zug. Es läuft. Hier wird wieder ein Tscheche überholt, Stecken runter und raufmarschiert. Der Ausblick ist fantastisch. Immer länger wird das Band an Lichtern die ins Käfertal hereinkommen.

Aufstieg zur Pfandlscharte. Foto: Frühmann

Aufstieg zur Pfandlscharte. Foto: Frühmann

Inzwischen merke ich wie mein Magen sich immer komischer anfühlt. Bald kann ich nichts mehr trinken. Auf Gels habe ich auch keinen Appetit mehr. Und mein Magen rumort so komisch. Noch 700HM zur Pfandlscharte.

Mein Kopf bekommt Panik. Warum kann ich nichts mehr essen? Ich mus was trinken!! Noch 300HM zur Pfandlscharte. Das Schneefeld bricht meinen Willen. Ganz oben seh ich ein Licht das nicht näherkommt. Dazwischen ein steiles Schneefeld, bei dem ich auf jedem zweiten Schritt ausrutsche. Gemeinsam mit einem Tschechen suchen wir den besten Weg hinauf.

Endlich! Auf der Pfandlscharte angekommen. Der Wind bläst sehr stark auf der Scharte, Ich ziehe mir meine Gore Tex Jacke über, es ist dunkel, 4 Uhr früh und ich raste kurz um ein Gel einzuwerfen. Ich schau mir die Geschmacksrichtung im Schein der Stirnlampe an und muss mich sofort übergeben. Ich stehe also mitten in der Nacht auf 2700m bei 80km/h Wind und kotze mir die Seele aus dem Leib.

Runter geht’s. Endlich komme ich beim Glocknerhaus an. Ich möchte nur eine heiße Suppe, bin ziemlich fertig. Lisa tauscht meine Softflasks aus. Wieder das Zeug dass ich nicht runterkriege. Beim weglaufen verliere ich noch die Banane für den nächsten Uphill.

Beim nächsten Anstieg wie erwartet: Ich bin leer. Ich kann das süsse Zeugs aus der Softflask nicht trinken; wenn ich nur an Gels denke wird mir schlecht und Riegel geht auch nicht. Wo ist mein Plan B? Soweit hab ich nicht gedacht…

Die nächsten Stunden werden zur Tortur. Bergauf langsames gehen und stehenbleiben. Flach langsamer Trab. Hinunter langsamer Trab. Später erklärt mir Meex was zu der Zeit in meinem Körper abgelaufen ist. Mein Magen ist es gewohnt in der Nacht zu arbeiten. Heute war ich auf den Beinen, das Blut fehlte im Magen. Nochdazu war es eine recht warme Nacht, da tut sich der Magen nochmal schwerer. Magen rebelliert, verweigert den Dienst.

Am Lucknerhaus warten Lisa und mein Dad wieder. Ich steige aus. Mein Körper hat während der letzten 4 Stunden Belastung die Nahrungsaufnahme verweigert. Ich bin sowas von leer. Nach 50km und 4000HM. Der Großglockner Ultratrail ist ein Monster.

Wir fahren zurück nach Kaprun. Klaus Gösweiner und Gerald Fister gewinnen wieder den Großglockner Ultra in einer extrem starken Vorstellung.

Ich muss erst mal schauen ob ich wieder so schnell bereit für einen 100er bin. Es gibt ja auch schöne und anspruchsvolle Strecken um 50km.

PS: Ich habe viele ermunternde Posts bekommen dass ich es nächstes Jahr wieder versuchen kann. Ehrlich gesagt reizt mich derzeit die 60km von Kaprun nach Kals mehr als die ganze Runde. Mal schauen, vielleicht steh ich wieder am Start, aber in Kals wartet der 2. Mann für die Staffel

Trail WM Badia Pradaglia, Toskana, Italien

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Zum ersten Mal machen die Verbände IAU und ITRA eine Trailrunning WM auf der 50km Distanz.

Die WM wird im Rahmen des Sacred Forest Trail ausgetragen. Neben der WM gibt es noch ein offenes Rennen über 80/50/25/13km.

Tja, und ich bin mit dem Team Österreich in der Toskana und laufe die WM. #Bäääm!!!!

So richtig mit Nationaltrikot, Flaggenparade und Mannschaftsunterkunft.

T-4, Dienstag: Desaster strikes….

Noch 4 Tage bis zur WM. Magen Darm Infekt. Totalentleerung. 3kg Körpergewicht in der Nacht über Vorder- und Hinterausgang verloren. Ich spare mir lieber die Details…

Am Morgen kann ich mich mit Schonkost noch anfreunden, aber dann siegt mein Stress, dem Körper wieder nahrhafte Kost zuzuführen. Mein Magen hat damit keine Freude und rebelliert. Mein Magen gewinnt und um 19.00 sitze ich in der Klinik am Tropf und kriege wenigstens intravenös noch ein paar Kalorien.

T-3, Mittwoch:

Ich bin brav. Aber nach dem 3. Haferbrei kann ich den nicht mehr sehen. Oder schmecken.

T-2, Donnerstag:

Abfahrt in die Toskana: Ein Weißbrot Panini zu Mittag auf der Autobahnraststätte und ein paar Bananen. Die Nudelsuppe mit Bohnen aus der Klosterküche unserer Teamunterkunft mag der mein Magen aber nicht und rebelliert wieder mal. Auch beim lockeren Laufen dreht sich mein Magen wie eine Waschmaschine und gibt komische Laute von sich.

Inzwischen bin ich am verzweifeln. Ich bin verletzungsfrei, habe eine super Form und darf für Österreich bei der WM starten. Diese Möglichkeit habe ich auf meiner Lieblingsdistanz wahrscheinlich nur einmal!

Vom Teamarzt bekomme ich jetzt Medikamente um den Magen zu beruhigen. Die helfen Gottseidank. Aber nach dieser Woche quasi ohne Essen sind meine Energiespeicher fast bei null.

 

T-1, Freitag: Last Chance

Carboloading, so gut es geht.

Die Eröffnungsfeier mit Flaggenparade findet in Poppi, einer kleinen Stadt in der Toskana statt. Bei der Pasta Party geht es locker zu. Man kennt schon ein paar Athleten, Smalltalk, und schaut so was bei den anderen teilnehmenden Ländern so los ist.

Es sind insgesamt 39 Nationen vertreten. Exoten wie Costa Rica oder Sierra Leone sind dabei. Und natürlich die Favoriten aus Spanien und Frankreich. In unserer Kloster Unterkunft sind noch Deutschland, USA, England, Argentinien und Litauen.

T-0, Raceday:

Ich steh am Start, eher hinten. Meine Erwartung: Locker angehen, mal schauen was geht.

Start: Es geht sofort in den ersten Anstieg, ich rolle erst mal das Damenfeld auf. Es läuft, die Beine sind locker, Magen hält sich an die Abmachung und gibt auch Ruhe.

Die WM Strecke des Sacred Forest Trail ist wunderschön in einem Nationalpark. Die Trails schlängeln sich die Wege hinauf und ins nächste Tal wieder hinunter, meistens unter einem feinen Blätterdach.

Bei den Downhills gebe ich Gas und zieh runter. Es läuft.

Bei km18 kommt wieder ein giftiger 400HM Anstieg. Oha! Wo ist meine Kraft? Ach ja, im Klo! Ich merke wie es immer schwieriger wird die Beine in einem zügigen Rhythmus zu bewegen. Innerhalb von 2 Stunden hatte ich auch bereits das Bedürfnis schon 4 Gels und 1liter Elektrolyt zu trinken. Hilft aber nix. Vom Kraftwerk Körper kommt nix Richtung Muskeln. Von was auch? Leider Flasche leer….

Ich beende mein Rennen beim Verpflegungspunkt km24. DNF.

Schade. Speziell bei der WM. Nicht in der Wertung. Bitter. Im Ziel sah ich dann den Zieleinlauf von Luis Alberto Hernando, dem Sieger und World Champion. Eigentlich hätte ich auch diesen feierlichen Zieleinlauf haben können (viel, viel weiter hinten natürlich). Eigentlich würde ich auch die Finisher Medaille einer WM haben….

Aber es war Schadensbegrenzung. Ich habe in den nächsten Wochen noch einiges vor und kann mich jetzt wieder diesen Zielen widmen.

 

Danke an Michael Wolf vom ÖLV fürs nominieren. Es war eine Super Erfahrung und ein cooles Team Austria!

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http://www.trailrunning-szene.at/die-oesterreicher-bei-der-wm-in-italien/

 

Chamonix 2016: CCC crewing für Meex

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Mein Rennen in Chamonix ist vorbei. Ich kann wieder aufrecht gehen. Wie es mir ergangen ist könnt ihr hier nachlesen.

Heute läuft Meex sein erstes 100km Rennen und zusammen mit Lisa sind wir seine Crew.

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Meex wird ca. 15h unterwegs sein. Damit er sich aufs Laufen konzentrieren kann, betreuen wir ihn. Unsere Hauptaufgaben werden sein:

  • Auf der Strecke anfeuern
  • bei Verpflegungspunkten alles vorbereiten was Meex braucht
  • Backup Sachen dabei haben (T-shirt, Stöcke, Schuhe)

Wir haben erleichterte Bedingungen, da das Wetter super ist und es keine Anzeichen für Regen gibt.

Der Plan ist also folgender: Wir bringen Meex zum Start nach Courmayeur.

Lisa und ich möchten uns einen tollen Tag in den französischen Alpen machen, daher werden wir vom Refugee Bonatti zum Grand Col Ferret wandern (1000HM). Dort werden wir Meex das erste mal auf der Strecke treffen (KM30)

Danach fahren wir über den MontBlanc Tunnel zurück und warten auf Meex bei den Verpflegungsstationen Trient (KM72) und Vallorcine (KM83).

Beim Start in Courmayeur ist ein Gewusel: über 1000 Läufer nehmen die 100km Strecke in Angriff.

Nach einem Capuccino (Wir sind ja schließlich in Italien!) und ein Stopp in der Bäckerei um Focaccia zu holen geht es für Lisa und mich Richtung Col Ferret. Wir starten unseren Anstieg zum Refugio Bonatti. Auwei, meine Beine waren auch schon mal lockerer. Vom Refugio aus geht ein wunderschöner Trail immer auf gleicher Höhe ins Tal hinein. Wunderschön!!! Postkartenmotive alle 5m.

Kurz vor dem Anstieg zum Col de Ferret düsen die 3 Führenden an uns vorbei. Moritz auf der Heide hat hier noch ein Lächeln als 3 im Gesicht. Leider kann er das Rennen aber nicht beenden.

Wir starten nach den Top 5 mit dem Anstieg. Auch die Spitzenläufer laufen hier nicht, sondern gehen diese 1000HM hinauf. Dieser Anblick bringt mich zum schmunzeln. Uns überholt gerade der nächste Läufer. Lisa hat heute einen schnellen Bergschritt und bleibt quasi dran. Der Läufer denkt sich sicher: Hä?? In welchem Rennen bin ich? Die Wanderer überholen mich jetzt schon. Ich denke: Meine Wadeln brennen! Ich komme Lisa nicht mehr hinterher! Bitte langsamer!!! Bevor Lisa den Läufer überholt, hat sie erbarmen mit mir und schaltet einen Gang zurück. Puhh…war ich froh…

Am Col de Ferret warten schon die Fans und Betreuer. Wir machen es uns in der Sonne gemütlich und packen unsere Foccacia aus. Und dann sehe ich auch schon Meex daherkommen! Er liegt so um Platz 90. Top!!

Meex macht einen guten Eindruck. Er hat keine Beschwerden und ist gut drauf! Nach 1min ist er schon im Downhill nach La Fouly.

Lisa und ich haben keinen Stress und schauen dem treiben noch eine Weile zu. Es kommen immer mehr Läufer am Gipfel an.

Wir fahren inzwischen über den MontBlanc Tunnel zurück nach Chamonix und weiter nach Trient. Trient ist eine offizielle Verpflegungsstation. Auch für die Verpfleger :-). Die Musik spielt, es gibt Bier, Wein, Fondue im Festzelt. Meex kommt zur Verpflegung. Ich bin nervöser als Meex. Er trinkt etwas, isst ein bisschen, füllt die Wasserflaschen auf und ist wieder raus. Meex ist gut drauf, er ist relaxed und möchte gleich wieder raus auf den Trail. Super!

Weiter gehts nach Vallorcine. Hier müssen wir etwas länger auf Meex warten. Wir holen uns was zum trinken und machen es uns auf der Wiese beim Downhill gemütlich. Die Sonne geht gerade unter und in der Dämmerung schalten die ersten Läufer ihre Stirnlampen ein. Trailrunning Romantik…

Gleiches Spiel wie vorher, Meex ist gut drauf, und wieder raus in die Nacht. Noch 20km für Meex. Auf zum letzten Berg!

Inzwischen hat Michel Lanne (FRA) den CCC gewonnen und jeder Läufer wird in Zielnähe ö gefeiert. Obwohl wir seit 5 Uhr früh auf den Beinen sind, bin ich noch voll Adrenalin und bin voll nervös. Ich sehe die Zwischenzeiten von Meex. Er ist bereits in den Top 50. Um Mitternacht gehe ich hinunter in den Zielbereich. Meex müsste jetzt jeden Moment kommen. Endlich taucht sein Neongrünes T-shirt auf! Ich laufe die letzten 500m mit Meex bis kurz vors Ziel! Geschafft!

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