Gratwanderung in der Windau

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Rückblick in den August 2013:

Vor kurzem zog ich wieder zurück nach Westendorf, Tirol. Seit circa einem Jahr laufe ich wieder und ich fühle mich stark.

An einem schönen August Wochenende überrede ich meinen Dad (63J, läuft den Karwendelmarsch immer noch in 5:45) zu einer Trailrunning Runde in der Windau. Vom Schrandl gehts hinauf zur Miesfangalm und dann zur Hintenkarscharte. Am wunderschönen Berggrat entlang bis zum Großen Tanzkogel. Von da hinunter zur Miesenbachalm und über die Forststraße retour zum Gasthof Schrandl.

Wie in den Magazinen wollte ich über die Singletrails düsen. Geschätzte 30km? Kein Problem! Ausrüstung? Einen Hüftgurt mit einer Wasserflasche und einem Handy. Kein Regenschutz, langes T-Shirt oder sonstwas. Das Wetter wird halten.

Das Wetter war super. Aber die Trails waren anstrengend! Statt laufen war oft gehen angesagt! Am Gerstinger Joch war ich sowas von fertig! Ich war halb-tot auf 2000m. Hungerast vorm Schwarzachkogel.Und dann waren da noch über 10km retour laufen auf dem Forstweg. Teilweise Bergauf!

Irgentwie erreichte ich das Auto und brauchte danach erst wieder ein paar Tage zum erhohlen.

Es waren 28km und 1600HM.

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Fast forward nach 2015:

Am 1. November ist perfektes Bergwetter angesagt. Eigentlich wäre ich mit Tom in der Kelchsau laufen gegangen, aber durch einen Sturz ein paar Tage vorher fällt Tom aus. Ich wollte eigentlich schon lange mal wieder die Windau Grat Runde wiederholen. Diese Runde war wunderschön, aber mir fehlte damals noch die Kraft. Ich habe mich in den letzten 2 Jahren läuferisch weiterentwickelt. Es sieht nach der perfekten Runde für einen perfekten Sonntag aus.

Ich fahre wieder zum Gasthof Schrandl und packe meine Sachen aus. Diesmal mit Laufrucksack, meinen Inov-8 X-Talon, lange Sachen zum anziehen und genügend Essen und Trinken.

2013 kürzte mein Dad die Runde etwas ab um mir ein paar Qualen zu ersparen :-). Diesmal war mein Ziel: Vom Floch zum Gamsbeil und über die Miesbachalm und Scheibenschlag wieder zurück zum Schrandl.

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Das Wetter war traumhaft. Die Trails waren traumhaft. Ein Gipfel nach dem anderen tauchte vor mir auf und verschwand hinter mir wieder. Die meiste Zeit am Grat entlang. Auf den Gipfeln (Floch, Gassköpfl, Gerstinger Joch, Kleiner Tanzkogel, Großer Tanzkogel, Schwarzkarkogel, Westerachkopf, Gamsbeil) machte ich Pausen; trank etwas und bewunderte die geniale Fernsicht.

Beim laufen auf dem Forstweg musste ich oft an 2013 denken. Es ging mir damals extrem dreckig auf dieser Passage. Auch sonst passierte viel in 2013. In diesen 2 Jahre half mir das Laufen als Konstante durch eine schwierige Zeit.