Heimspiel – Ebbser Koasamarsch

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Der Ebbser Koasamarsch ist ein besonderes Rennen für mich.

  • Für mich als Tiroler Unterlandler ist es quasi mein Heimrennen. Im Herz der Alpen sind komischerweise Trailrennen spärlich gesäht.
  • Ich bin Titelverteidiger. 2016 war ich Sieger auf der Marathondistanz.
  • Ich durfte etwas mithelfen den Koasamarsch 2017 zu gestalten und den Veranstaltern vom WSV Ebbs aus Trailrunner Sicht ein paar Tipps geben.

Lena Schindler, Johannes Stimpfle und ich waren mit Jürgen und Andi vom OK Team in regen Kontakt um den Koasamarsch fit für die nächsten 50 Jahre zu machen. Und es war genial zu sehen wie die diskutierten Ideen vom OK Team umgesetzt wurden.

Unser Fokus:

Die Strecke: Der Großteil der Strecke hat Kultpotential. Der Musikantensteig der sich fast senkrecht zur Vorderkaserfelden Alm hinaufwindet. Die Querung der Schotterfelder bis zur Hochalm mit fantastischen Ausblicken und technischen Trails. Der letzte, mit meterhohen Absätzen gespickte Anstieg zum Stripsenjoch. Trailrunnerherz, was willst du mehr? Nur ab Bärenbachalm ging es 10km lang der Forststraße entlang das Kaisertal hinaus. Gemeinsam fanden wir dieses Jahr einen neuen Trail der diese Strecke um ein vielfaches interessanter machte.

Die Läufer: Verschiedene Läufer werden von einem Rennen über verschiedene Schichten angesprochen. Ich versuchte Eliteläufer anzulocken. Benni Bublak sprang sofort an. Der Berliner wohnt in Kufstein und kennt die Trails wie seine Westentasche. Markus Reich war auch sofort dabei. Oberhammer! Nina Koch von Dynafit gefiel das Konzept ebenfalls. Durch meine Kontakte mit Dynafit kamen dann noch kurzfristig einige Dynafit Trailheroes, die dann auch ganz schön abräumten!

Lena fokussierte sich auf die Blogger und Meinungsmacher. Da gab es ja im Einzugsbereich von München einige davon. Mit Hilfe des Tourismusverbandes Kufsteinerland waren dann auch einige Blogger da und es gab einige Interessante Geschichten!!

Wanderer! Die waren dieses Jahr durch das Wetter sehr gut vertreten. Ich rechne es dem OK Team hoch an, hier eine gleichberechtigte Mischung aus Wanderern und Trailrunnern zu bekommen. Und es klappt! Obwohl die Wanderer schon ab 6 Uhr früh starten konnten, waren sie super hilfsbereit wenn ein schneller Trailrunner um die Ecke kam. Der Weg wurde freigemacht, kurz gegrüßt, bedankt und angefeuert.

Wir waren fast ein Jahr lang in den Vorbereitungen involviert. Es ist spannend zu verfolgen wie sich die Anmeldezahlen entwickeln, das Feedback verschiedener Meinungsbildner zu bekommen und mit einer professionellen Marketingagentur zusammenzuarbeiten.

Der Renntag steht vor der Tür und es sieht fantastisch aus! Fast 700 Wanderer und Läufer haben sich bei Koasawetter angemeldet und stehen in den Startlöchern. In den letzten Tagen rotierten Andi und Jürgen fast rund um die Uhr um mit Ihren Helfern alles vorzubereiten.

Von meiner Seite ist es fast eine Familienangelegenheit:

  • Mein Vater läuft den Halbmarathon: Mit seinen 67 Jahren kommt er auf den 10. Gesamtplatz bei fast 100 Startern.
  • Lisa und mein Bruder laufen die 33km. Am Ende motivieren sie sich gegenseitig und ziehen sich so auf den letzten Kilometern ins Ziel
  • Ich laufe wieder den Marathon. Gemeinsam mit Benni Bublak und Markus Reich geht es auf die erste Schleife, bevor es dann den Musikantensteig hinaufgeht. Es läuft bei mir super! Benni gewinnt mit einer Wahnsinnszeit und ich laufe mit Respektabstand als 2. ins Ziel ein.

Nach dem Rennen steigt eine riesige Trailrunning Fete im Zielbereich. Wer vom Laufen keinen Sonnenbrand hatte, bekommt spätestens an den Biertischen einen. Es war einfach nur schön so viele Bekannte, Wanderer und Trailrunner an diesem Sonntag Nachmittag zu sehen, zu quatschen und zum fachsimpeln.

Auch Jürgen und Andreas hatten ein breites Grinsen im Gesicht. Seit 2 Jahren versuchen sie den Ebbser Koasamarsch für Trailrunner interessant zu machen. Es lief an diesem Tag nicht alles perfekt und es gibt noch ein paar Sachen zum optimieren. Aber spätestens 2017 sollte der Ebbser Koasamarsch mit einem starken Ausrufezeichen auf der Landkarte vieler Trailrunner auftauchen, Und für 2018 kann man sich den 17. Juni in Kufstein beim Ebbser Koasamarsch schon mal fett einkringeln.

Großglockner Ultratrail 110km

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110km. 6500HM. Mein erster Hunderter.

Ich stehe in Kaprun bei der Athletenvorstellung auf der Bühne und der Moderator fragt mich wie ich mich auf meinen ersten Hunderter Ultra vorbereitet habe. Kurzes Schweigen. Mir fällt nichts ein. Ich stammle was, bis Gottseidank gleich der nächste dran ist.

Die Frage aber beschäftigt mich noch den ganzen Abend. Sind 110km was ganz was anderes was ich bisher gelaufen bin? Bin ich der Distanz gewachsen? Und den Höhenmetern? Ich bin sicher mehr als das doppelte vom Traunsee Rennen unterwegs. Und das waren 8 Stunden. Laut Veranstalter bin ich im erweiterten Favoritenkreis. Deswegen stehe ich hier jetzt vor allen Leuten.

Was mache ich hier eigentlich???

Rückblende, 2 Tage vor dem Start vom Großglockner Ultra. Ich mache meine ganze Umgebung verrückt dass am Wochenende endlich mein erster 100er ist! Dynafit bringt auf der Homepage ein Interview mit mir. Ich futtere Kohlenhydrate bis zum umfallen. Mein Betreuerteam, bestehend aus meiner Freundin Lisa und meinem Dad hab ich gebrieft. Sie kennen die Roadmap. Sie wissen wann und wo sie mich treffen, wie die Marschtabelle ist, was ich brauche.

Ich rede mir ein dass man einen 100er nicht trainieren kann. Ab 50km spielt sich alles im Kopf ab. Mentale Stärke ist gefragt.

Ich bin Teile der Strecke mit Klaus Gösweiner, Toni Pilz und Markus Reich bereits abgelaufen. Und Kals bis Rudolfhütte kenn ich noch von 2015.

What can possibly go wrong????

Kaprun. Um 23.00 löst sich mal die erste Anspannung. Endlich Start! Ich finde bald meinen Rhythmus, lasse mich nicht hetzen. Der erste Downhill ist eine Befreiung, die Forststraßen super um das eigene Tempo zu finden. Der Trail hinunter nach Fusch ist ein Wahnsinn! In der Dunkelheit die Wiesen runterballern und im zick-zack durch die Wälder, nur die Stirnlampen zeigen die nächsten Meter. Wow!!!

In den Top 10 komme ich mit Thomas Bosnjak nach Ferleiten. Ich sage Lisa nur schnell wie gut ich mich fühle und bin gleich wieder weg. 10 Minuten vor dem Zeitplan. Alles wie geplant…

Rein ins Käfertal Richtung Pfandlscharte. 1500HM in einem Zug. Es läuft. Hier wird wieder ein Tscheche überholt, Stecken runter und raufmarschiert. Der Ausblick ist fantastisch. Immer länger wird das Band an Lichtern die ins Käfertal hereinkommen.

Aufstieg zur Pfandlscharte. Foto: Frühmann

Aufstieg zur Pfandlscharte. Foto: Frühmann

Inzwischen merke ich wie mein Magen sich immer komischer anfühlt. Bald kann ich nichts mehr trinken. Auf Gels habe ich auch keinen Appetit mehr. Und mein Magen rumort so komisch. Noch 700HM zur Pfandlscharte.

Mein Kopf bekommt Panik. Warum kann ich nichts mehr essen? Ich mus was trinken!! Noch 300HM zur Pfandlscharte. Das Schneefeld bricht meinen Willen. Ganz oben seh ich ein Licht das nicht näherkommt. Dazwischen ein steiles Schneefeld, bei dem ich auf jedem zweiten Schritt ausrutsche. Gemeinsam mit einem Tschechen suchen wir den besten Weg hinauf.

Endlich! Auf der Pfandlscharte angekommen. Der Wind bläst sehr stark auf der Scharte, Ich ziehe mir meine Gore Tex Jacke über, es ist dunkel, 4 Uhr früh und ich raste kurz um ein Gel einzuwerfen. Ich schau mir die Geschmacksrichtung im Schein der Stirnlampe an und muss mich sofort übergeben. Ich stehe also mitten in der Nacht auf 2700m bei 80km/h Wind und kotze mir die Seele aus dem Leib.

Runter geht’s. Endlich komme ich beim Glocknerhaus an. Ich möchte nur eine heiße Suppe, bin ziemlich fertig. Lisa tauscht meine Softflasks aus. Wieder das Zeug dass ich nicht runterkriege. Beim weglaufen verliere ich noch die Banane für den nächsten Uphill.

Beim nächsten Anstieg wie erwartet: Ich bin leer. Ich kann das süsse Zeugs aus der Softflask nicht trinken; wenn ich nur an Gels denke wird mir schlecht und Riegel geht auch nicht. Wo ist mein Plan B? Soweit hab ich nicht gedacht…

Die nächsten Stunden werden zur Tortur. Bergauf langsames gehen und stehenbleiben. Flach langsamer Trab. Hinunter langsamer Trab. Später erklärt mir Meex was zu der Zeit in meinem Körper abgelaufen ist. Mein Magen ist es gewohnt in der Nacht zu arbeiten. Heute war ich auf den Beinen, das Blut fehlte im Magen. Nochdazu war es eine recht warme Nacht, da tut sich der Magen nochmal schwerer. Magen rebelliert, verweigert den Dienst.

Am Lucknerhaus warten Lisa und mein Dad wieder. Ich steige aus. Mein Körper hat während der letzten 4 Stunden Belastung die Nahrungsaufnahme verweigert. Ich bin sowas von leer. Nach 50km und 4000HM. Der Großglockner Ultratrail ist ein Monster.

Wir fahren zurück nach Kaprun. Klaus Gösweiner und Gerald Fister gewinnen wieder den Großglockner Ultra in einer extrem starken Vorstellung.

Ich muss erst mal schauen ob ich wieder so schnell bereit für einen 100er bin. Es gibt ja auch schöne und anspruchsvolle Strecken um 50km.

PS: Ich habe viele ermunternde Posts bekommen dass ich es nächstes Jahr wieder versuchen kann. Ehrlich gesagt reizt mich derzeit die 60km von Kaprun nach Kals mehr als die ganze Runde. Mal schauen, vielleicht steh ich wieder am Start, aber in Kals wartet der 2. Mann für die Staffel

Was bring 2017?

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2017 ist zu 1/12 schon wieder vorbei, und ich bin mir immer noch nicht ganz im Klaren was ich dieses Jahr laufen werde. 2016 war läuferisch so bombastisch. Die Rennen in Cortina, Grindelwald und Chamonix waren so over-the-top, dass ich 2017 echt Probleme habe Rennen zu finden die ähnlich interessant sind.

Im Frühjahr steht wieder ein Straßenmarathon an. Dieses Jahr wird es der Hamburg Marathon sein. Gemeinsam mit Markus Reich und Günther Schneider werden wir Hamburg rocken!

Der Ebbser Koasamarsch ist 2017 ein Muss. Ich bin als Titelverteidiger dort und freu mich, dass der Trailmarathon dieses Jahr schon erheblich größer sein wird als letztes Jahr. Dieser Lauf hat es auf jeden Fall verdient!

Bergmarathon Traunsee: 70km. Volles Programm! Seit ich den Trailer gesehen habe bin ich „hooked“. https://www.youtube.com/watch?v=9g1ArV4XE2g

Um 3.00 Uhr in der Nacht geht’s los. Inklusive 2 Klettersteige. Ich freu mich riesig! Das wird mein Highlight!

Glockner Ultra: Die 50km beim Glockner Ultra bin ich bei der Premiere 2015 schon gelaufen und es war genial. Er wurde jetzt etwas entschärft und hat „nur“ mehr 2100HM. Daher stellt sich mir die Frage ob der Glockner Ultra mein erster 100er sein könnte wenn ich mir die Volle Distanz laufe…..mal schauen…

Karwendelmarsch: Der Klassiker. 2500 Läufer und Wanderer werden Ende August von Scharnitz nach Pertisau laufen. Ich fahre derzeit oft mit dem Auto nach Garmisch. Jedesmal wenn ich in Scharnitz vorbeikomme denke ich an jene Samstagmorgen im August , an denen ich mich im Dunkeln aufgewärmt habe um dann Richtung Karwendelhaus im Morgendunst zu verschwinden. Jedesmal muss ich daran denken. Und daher freue ich mich auf den Start dieses Jahr.

https://www.youtube.com/watch?v=9FNs_zvXns8

UTSS Ultra Trail Sardinia Supramonte: Letztes Jahr war ich im Urlaub auf Sardinien in Cala Gonone. Wir wanderten Teile der Strecke des UTSS ab. Um ein paar Tag lag unser Abreisetermin vor dem Start des UTSS. Hoffentlich geht er sich dieses Jahr aus. Und das Rennen wird wärmstens von der Redaktion des Trail-Magazins empfohlen

Limone Extreme Skyrace: 30km und 2000HM. Da ist ja noch eine Rechnung offen. 2016 war ich dabei. Ich war noch platt von der Tour de Tirol eine Woche davor. Und dann liefen mir am Gardasee alle um die Ohren. Limone hat wirklich die beste Aussicht bei einem Rennen die es gibt. Fast senkrecht geht es hinunter in das Wasser des Gardasees. Fast senkrecht hinauf geht es über die schottrigen Anstiege. Teilweise gibt es Seile um sich hinaufzuziehen.

Für das BERGWELTEN Portal bekam ich eine Kamera umgehängt, welche mein Leiden dokumentierte

https://www.bergwelten.com/a/video-und-bestzeiten-das-war-der-berglauf-am-gardasee

Die Grobplanung steht also schon mal. Mal sehen ob sich noch was ergibt. Für meine Verhältnisse bin ich ja dieses Jahr noch direkt unverplant (Ich liebe es meine Wochenenden 6 Monate im Voraus zu planen. Mitreisende Läufer kennen das schon von mir. Da gibt es dann vor Ort schon mal eine detailierte Ablaufplanung )

Hometrails: Kitzbühler Alpen

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Ich wohne in Westendorf bei Kitzbühel, Tirol. Trail Running Supreme. Berglauf Deluxe. Es ist einfacher für mich einenen geilen technischen Trail zu laufen als eine flache Strecke für Intervalle zu finden.

Bei mir in Westendorf, Kitzbühler Alpen, sind die Trails sanft und flauschig und schmiegen sich an die Almwiesen und Grasberge.

Hier sind meine liebsten Hometrails:

  1. Hohe Salve.

Die Hohe Salve (1828m) kann man von allen Seiten rauflaufen. Von Hopfgarten, Itter, Söll, Brixen oder Westendorf.

Es startet mit angenehmer Steigung zur Alpenschule. Gerade am Morgen gibt’s hier die besten Sonnenaufgänge über Kitzbühel.

Auf knackigen Trails geht es über die Speicherseen für die Winterbeschneiung und dann weiter zur Kalbersalve. Ab hier geht es dann fast gerade den letzten Teil auf den Gipfel. Extrem steil und meistens in brütender Hitze die letzten Serpentinen. Kühe stehen im Weg, da es der einzige ebene Platz ist.

Vom Gipfel hat man eine grandiose Aussicht. Im Norden, hinter Kufstein ist die Ebene in Deutschland. Im Osten das steinerne Massiv des Wilden Kaisers. Im Süden sind die schneebedeckten dreieinhalb Tausender Gipfel der Hohen Tauern.

Nach dem Energie Tanken am Gipfel geht es zuerst den gleichen Weg zurück, aber dann links über die Filzalm nach Hochbrixen. Von dort ist ein genialer Downhill hinunter nach Brixen. Steil, Schnell und Technisch, genau wie ich es mag.

 

  1. Der Nachtsöllberg in Westendorf (Talkaser auf 1850m)

Auf der Westendorfer Seite ist der Nachtsöllberg mein Spielplatz. Von Bichling geht es sofort mit Trails los zum Zieplhof und zur alten Mittelstation. Über Stimmlach zum Wasserfallweg nach Fleiding. Hier spielt der Weg und der Wald die Hauptrolle. Hinter jeder Kurve kommt der nächste Wasserfall. Der Alpenrosentrail ist dann einer meiner liebsten Strecken. Ein 3 km Trailstück von Hampfern zur Alpenrosenhütte. Wunderschön verwinkelt und technisch. Ab hier geht es quasi gerade runter ins Dorf. 1000Höhenmeter Downhill auf puren Trails.

  1. Wiegalm

Diese Runde ist schon etwas mächtiger. Es sind über 25km und ebenfalls 1000HM. Es geht nach Brixen in das langezogene Brixenbachtal. Der Weg windet sich dann hinauf zur Wiegalm und geht weiter zur Bergstation der Ki-West Gondel. Wer noch Saft in die Wadeln hat kann auch noch den Gampenkogel (1957m) mitnehmen. Über den Lawinenhang geht es zurück Richtung Talkaser.

Es gibt noch massig weitere Runden, Kombinationen und große oder kleinere Trails. Durch den großen Ausbau des Schigebiets sind überall Forststraßen. Das ist Segen oder Fluch. Man kann über die Forstwege bequem die Berge erkunden, aber die kleinen Trails und Gehwege werden immer mehr verdrängt.

  1. Windautalrunde

Wenn man weit weg von der Zivilisation, von den Skibergen und Forstautobahnen kommen will ist hier mein Tipp: Die große Windautal Runde (33km, 2000HM). Vom Startplatz Schrandlhof geht es hinauf aufs Floch (2057m). Dann geht es immer am Grat entlang bis zum Gamsbeil (2169m). Das sind 9km laufen am Grat auf 2000m!!!! Das ist immer wieder der Hammer! Von der Miesenbachalm bis zur Scheibenschlag Niederalm kann man sich etwas ausrasten, bevor es über die Schönaualm wieder zum Ausgangspunkt zurückgeht. Diese Tour geht sich bei mir vielleicht 1-2 mal im Jahr aus. Aber ich genieße sie jedes mal, da es etwas ganz Besonderes ist.

Michael auf Strava: https://www.strava.com/athletes/4660177

Dynafit Trailheroes auf Strava: https://www.strava.com/clubs/199266

Zach: Ultra Trail Schwarzach

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(Für Nicht-Tiroler: Zach [za:x]– es zieht sich; zäh, sehr fordernd)

Die Ultra Trail Saison 2016 hat begonnen! Dieses Wochenende bin ich beim Schwarzach Ultra Trail im Salzburger Pongau. Es stehen 47km und 2800HM auf dem Programm.

Lisa begleitet mich zum Rennen nach Schwarzach. Sie war jetzt schon bei ein paar Rennen als Zuschauer dabei und beim Innsbrucker Trailrunning Festival ist sie die 25km Strecke gelaufen. Ich glaube schön langsam kommt auch sie in das Rennfieber. Mit dem Lauffieber habe ich sie ja schon vorher angesteckt 🙂

Zurück nach Schwarzach. Der Organisator Fredl Zitzenbacher organisiert jedes Jahr eine sehr persönliche Laufveranstaltung. Die Teilnehmeranzahl ist auf 150 Starter begrenzt. Dementsprechend war im Jänner das Rennen auch schon ausgebucht. Wahnsinn. Trailrunning boomt anscheinend wirklich! Das Salomon Österreich Team hat sich angekündigt und in dessen Sog waren auch andere starke Trail Läufer am Start. Florian Grasel, Markus Reich, Gerald Fister, Thomas Bosniak, Robert Weihs, Andreas Hofer.

Lisa und ich diskutierten während der Fahrt nach Schwarzach wie stark der Einfluß von einem Betreuer auf den Aktiven ist. Ist ein Betreuer wirklich eine so große Unterstützung? Und wie langweilig sind 5-7 Stunden warten für einen Betreuer während des Rennens? Als Aktiver finde ich es extrem fein, wenn ich weiß dass jemand beim Start und im Ziel meine 7 Zwetschken hat und ich mich auf das Rennen konzentrieren kann. Umgekehrt kann aber der Betreuer den Athleten noch nervöser machen und auch vielleicht den Ablauf vor dem Start durcheinanderbringen. Und was kann der Betreuer während des Rennens machen?

Im Vorfeld des Rennens machte Fredl eine Umfrage unter den Top 8 gemeldeten Läufern wer wohl um den Sieg mitlaufen würde. Philip Brugger, Thomas Farbmacher und Ivan Paulmichl kistallisierten sich als Favoriten heraus. Das ist schon ein extrem starkes Feld bei diesem Rennen. Ich freute mich das alles von hinten mitzuverfolgen.

Am Freitag Abend kamen wir in Schwarzach an. Ich holte meine Startnummer ab und dann ging es zur Weinverkostung. Genial! Und das schon am Vorabend! Hier sind auch die Betreuer gut versorgt und können es sich gemütlich machen. Man plaudert mit Bekannten, und gönnt sich ein ein, zwei Glaserln Wein. Danach gingen wir mit Meex zum Carbo Loading. Ein gemütlicher Sommerabend klang so im Garten einer Pizzeria in Schwarzach aus.

Nächster Morgen, 9:05. Das Rennen läuft seit 5 Minuten. Ich habe bereits meinen Rhythmus gefunden und laufe in angenehmen Tempo über die Hügel und Wälder des weitläufigen Beckens um Schwarzach. Man plaudert mit den anderen Läufern (wenn es geht) und alle Helfer und Zuschauer machen eine Bombenstimmung. Hinauf zur ersten Labestation wird man durch ein Spalier von Zuschauern angefeuert. Bei der Labestation holt mich Meex ein. Wir laufen ein Stück zusammen, aber am Berg muss ich ihn dann ziehen lassen.

Jetzt geht es hinauf auf die 4 Gipfel. Wenn ich alleine laufe und Motivation brauche, denke ich an Lisa. Sie ist inzwischen mit dem Mountainbike unterwegs zum Hochglocker, dem letzten Gipfel. Wenn ich dort oben angekommen bin, dann geht es nur noch steil nach unten.  Immer wieder höre ich das Piepsen vom Handy. Ich habe aber keine Zeit zum lesen der Nachrichten (Ist ja doch ein Rennen!), daher stellte ich mir einfach vor was in den Nachrichten von Lisa steht: „Geht schon noch!“, „Zähne zusammenbeisen“, „Gleich hast du es geschafft!“ mit Motivations Icons. Das motiviert mich auf 50km !!!

Die Sonne strahlt im Salzburger Pongau und ich bin inzwischen im letzten Anstieg zum Hochglocker. Neben dem Weg ist ein kleiner Wasserfall unter einer Baumwurzel und ich stelle mich drunter um mich abzukühlen. Die Positionen haben sich eingependelt, ich denke ich bin so auf dem 6.-8. Platz. Zach geht es den Weg hinauf, eine Serpentine nach der anderen. Oben sollte Lisa auf mich warten. Aber wann ist es soweit? Endlich! Ich sehe das Gipfelkreuz, daneben sitzen ein lila Trikot. Neue Kräfte sind da und ich fliege zum Gipfelkreuz hinauf.

Lisa hat alles vorbereitet, aber ich brauche nichts, habe noch Banane, Riegel und Gels. Ich hole mir einen Kuss und bin nach 5 Sekunden schon wieder weg. Verdutzt schaut mir Lisa nach.

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Nur noch wenige Kilometer….Foto: Klaus Spielbüchler

Beim Downhill nach Schwarzach läuft Robert auf mich auf. Wir brettern die Straße und den ausgewaschenen Hohlweg ohne Rücksicht auf Verluste hinunter. Als es flach wird halte ich erst mal das Tempo hoch. Puhhh, lange schaffe ich das nicht mehr. Ich wollte das Tempo gerade reduzieren, da höre ich Robert hinter mir: „Ok, ich seh dich im Ziel“ und fällt etwas ab. Sowas motiviert. Und dann sehe ich auch noch jemanden vor mir laufen. Meex hat sich kurz davor verlaufen und hat keinen Saft mehr. Ich laufe vorbei. Die letzten 2-3km. Mit der Angst im Rücken eingeholt zu werden laufe ich dem Ziel entgegen. Zielbogen. Abklatschen mit Ferdl. Ende. Stopp. Und 5. Platz! Awesome!!!!

Am Ende strahlt die Sonne mit mir um die Wette. 5 Platz in einem hochkarätigen Feld und einer selektiven Strecke.

So sieht die männliche Gesamtwertung aus:

  1. Philip Brugger
  2. Florian Grasel und Thomas Farbmacher
  3. Gerald Fister
  4. Michael Geisler
  5. Robert Weihs
  6. Markus Reich

http://www.schwarzach-ultra.at/ultra_ergebnis_2016_herren.php

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Im Ziel. Gezeichnet von 47km: von rechts: Thomas Farbmacher, Markus Meex Reich und meine Wenigkeit

 

Inov-8 X-Talon 212

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Neuer Schuh: Inov-8 X-Talon212

Gewicht: 270g

Gekauft: 24.4.2015

Inov-8 X-Talon 212

Inov-8 X-Talon 212

Ersatz für: Salomon Fellraiser

Salomon Fellraiser

Salomon Fellraiser

 

Meine neuen Hardcore Trail Schuhe 🙂

Der X-Talon sitzt wie angegossen und ist wahnsinnig stabil. Der Schuh ist über der Sohle extrem verstärkt. Die Stollen graben sich auf jedem Untergrund tief rein.

Der Schuh ist NUR für den Trail. Auf dem Asphalt ist er sehr schwammig und man fühlt wie mit jedem Schritt das grobstollige Profil abgewetzt wird.

Der Salomon Fellraiser war ein guter Einstieg ins Trailrunning. Er ist doch recht schwer (über 300g) und die Sohle ist abgetragen.

Running the Inca Trail (Teil 2)

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Hier ist der erste Teil vom Inca Trail und mein Reisebericht über Peru.

Nach dem Inca Trail fuhren wir nach Arequipa. Luca und ich fühlten uns wie Junge Backpacker und nahmen den Nachtbus. Mein Rücken rächte sich sofort 🙂

Arequipa ist der Ausgangspunkt für das Trekking im Colca Canyon. Am Ziel des ersten Tags war die Oase Sangalle mit ihren warmen Quellen. Nachdem wir die Oase erreichten, lief ich nochmal zurück bis zur Brücke über das Tal. 20km mit guten 700HM. In einem Tal in dem es nicht mal Strom gibt. Aber es war ein Super Trail und ich kannte den Weg ja schon vom wandern. Am Umkehrpunkt packte gerade Miguel seine Sachen. Er registrierte die Wanderer die über die Brücke ins Tal kommen. Wir waren zu Mittag bei Ihm. Ich sagte kurz Hallo und sagte mit meinen 3 Brocken Spanisch dass ich gerade von der Oase komme. Er fing an zu lachen und glaubte mir nicht. Auf dem gleichen Trail ging es zurück und dann in den wohlverdienten Hot Spring Pool.

Die letzte Station unseres Peru-Trips war Lima. 3 Tage Sightseeing, ausspannen und Surfen. Unsere Pension war in Miraflores, 500m von der Strandpromenade entfernt. Nach 2 Wochen Trail pur gab es eine autofreie Strandpromenade die endlos war. Es waren viele Läufer dort und es war ein Spaß wieder auf Meeresniveau zu laufen.